NGV – Fahren mit Erdgas

persönliche Erfahrungen und Erkenntnise über das Fahren mit Erdgas/Biogas

Keine Angst vor Gasmangel

by Claude Nöthiger - Juli 30th, 2015

Immer wieder gibt es Fahrberichte mit Erdgasfahrzeugen die das Ziel verfolgen, möglichst weite Strecken mit Erdgas zurück zu legen. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, wenn sich die Tester richtig vorbereiten würden, leider tun sie das in den wenigsten Fällen.

Die Berichte ähneln sich dann meist und sind genauso oft eher negativ. Denn unvorbereitet gehen solche Unterfangen meist schief. Die derzeitige Tankstellendichte in Europa lässt es nicht zu, solche Versuche ohne Planung zu unternehmen.  Dann wird man an geschlossenen Tankstellen stehen oder sich über den schlechten Druck wundern.

Ist das nun für Otto Nomalverbraucher also ein Problem? Kann man mit Erdgasfahrzeugen nur in den Urlaub mit stundenlangem Internetstudium und der Installation von zig verschiedenen Tankstellen-Apps und spezieller Navi Software?

Nein natürlich nicht. Heute haben die Erdgas-Fahrzeuge alle noch Benzin dabei. Fahrzeuge wie der Golf TGI, Audi A3, Skoda Oktavia usw. bis zu 50L. Damit ist es also kein Problem in unbekanntes Gebiet zu fahren auch ohne stundenlag die Route zu planen um ja keine Erdgastankstelle zu verpassen. Verpasst man eine, ist sie zu, oder liefert schlechten Druck, egal dann fährt man halt wie viele mit Benzin weiter und tankt an der nächsten auf der Routen liegenden Tankstelle.

Selbst die sogenannten quasi-monovalenten oder MonovalentPlus Fahrzeuge wie EcoUp, Opel Zafira, VW Touran usw. haben noch mindestens 10l Benzin dabei. Da wird es zwar etwas mühsam, da man ca. alle 150km tanken muss, aber auch da strandet man ganz sicher nicht in der Wildnis.

Es schadet aber natürlich auch nichts, sich vor Reiseantritt die Route mal anzusehen. So kann man eventuell tatsächlich komplett mit Erdgas fahren. Vor allem für die vorher genannten MonovalentPlus Fahrzeuge bietet sich das natürlich an. Es gibt unter Gibgas.de zum Beispiel einen Routenplaner mit dem man quer durch Europa planen kann. Viele Herstellernavis haben die Erdgastankstellen plus Zusatzinformationen wie Preis und Öffnungszeiten drin und es gibt dem Lauf der Zeit entsprechend natürlich auch diverse App’s fürs Handy.

Lassen Sie sich nicht irre machen, ein Erdgas-Fahrzeug fahren Sie so wie ein normales, einsteigen, wegfahren. Die Haustankstelle kennt man und die etwas weiterweg hat man bald im Griff. Aber auch wenn nicht, egal fahren wir halt ein Stück mit Benzin, dafür ist es noch dabei.

Also keine Angst vor CNG, Sie bleiben nicht wegen Gasmangel liegen.

Sendeschluss

by Claude Nöthiger - Januar 13th, 2015

Nach über 15Jahren stelle ich den Betrieb der NGV Homepage ein. Das mag den einen oder anderen wundern, jetzt wo doch die alternativen so im Gespräch sind. Tia das mag wohl sein, aber leider trifft das auf Erdgas als Treibstoff eher nicht zu.

Der Aufwand die Daten für die NGV Seite aktuell zu halten ist nicht ohne und ich merke einfach das ich das gar nicht mehr machen will. Ich bin nicht bereit für die Gasindustrie die Arbeit zu machen und mich dafür von dieser auch noch ignorieren zu lassen. Suchen Sie zum Beispiel mal einen Link zur NGV Homepage auf den einschlägigen Erdgasseiten in der Schweiz. Die wichtigste Erdgasfahren.ch verlinkt zwar das private deutsche Forum Erdgasfahrer-Forum aber nicht meine Seite. Für die wichtigste meiner Seiten, den Tankstellenpreisen muss man den Preisen nachrennen, denn melden würden diese gewisse Betreiber nie freiwillig. Aber wenn diese dann eine Statistik über die Preise der letzten paar Jahre wollen kommen sie dazu zu mir. Auf meiner Seite ist diese Statistik ja gratis abrufbar. Bei Anfragen für politische Unterstützung wird man ebenfalls ignoriert (siehe mein Bericht zum neuen Verkehrssteuergesetzt in Baselland).

Ich bin nicht mehr bereit private Zeit und Geld für ein kommerzielles Produkt zu investieren, wenn dies von den Herstellern/Vermarkter nicht gewünscht wird. Es gibt allerdings noch Enthusiasten die sich durch solches Verhalten nicht abschrecken lassen. So soll das „Projekt“ NGV Homepage (verändert natürlich) auf ngv.li weitergeführt werden. Die Daten dazu habe ich selbstverständlich zur Verfügung gestellt, mal sehen wie lange der Kollege da durchhält.

Diesen Blog und wohl auch das Erdgasforum werde ich weiter betreiben, auch werde ich mich weiterhin auf Twitter ab und zu melden.  Ich bedanke mich bei allen die mitgeholfen haben zum Beispiel in dem sie Preise gemeldet haben und wünsche dem Kollegen mit ngv.li viel Spass und Durchhaltewille.

Man sieht, hört und liest sich, gut Gas allen

CNG am Automobil Salon 2014, oder die langeweile beim Warten auf den Erfolg.

by Claude Nöthiger - März 15th, 2014

Jedes Jahr ist es spannend, was wohl zum Automobil Salon in Genf neues kommt, gerade auch bei den alternativen Antrieben. Dieses Jahr bekam ich gar nicht viel mit, keine weltverbessernde Technik in Sicht? Doch natürlich gab es diese auch dieses Jahr mit einem Projekt namens NanoFlowCell. Eine neuartige „Batterie“ für Elektrofahrzeuge die zum Teil flüssig ist. Der Prototyp mit über 900PS sieht schnittig aus und soll 400Liter dieser Flüssig-Batterie dabei haben. Na ja alles sehr futuristisch und irgendwie noch weit weg von irgendeiner Serie, falls es je soweit kommt.

Bleiben also die alten bekannten alternativen, da wären Hybrid, neu etwas aufgepeppt als PlugIn Hybrid und die „richtigen“ Elektros. Dann zwar kein alternativer Treibstoff, werden die Diesel immer sparsamer und hauen einem die CO2 Abgaszahlen, für die bald zwei Hände reichen um sie zu zählen, in riesigen Lettern aufs Auto gedruckt um die Ohren. Natürlich ohne die wirklichen Gifte aufzuzählen die im Abgas sind. Das wars dann aber auch schon mehr oder weniger, zum weniger gehört dann noch Erdgas.

Nein ich habe CNG nicht vergessen, immerhin handelt diese Internetseite von Erdgas/Biogas als Treibstoff. Nur leider scheint Erdgas als alternativer Treibstoff kein Thema mehr zu sein und das beschränkt sich wohl nicht nur auf den Salon, obwohl einige schöne neuere Modelle gezeigt wurden. Die Zulassungszahlen in Deutschland (dort werden sie monatlich veröffentlicht, in der Schweiz kommt man sehr schwer an diese Zahlen) dümpeln auf einem traurigen Niveau herum. So um die 400 Erdgas-Fahrzeuge pro Monat werden neu Zugelassen, das sind gerade mal 0.2% aller Neuzulassungen pro Monat. In der Schweiz sieht das sicherlich kaum anders aus. Interessant ist es nun, dass die reinen Elektrofahrzeuge beginnen in den Zulassungszahlen die CNG’ler zu überholen.

Für die E’ler ist das natürlich auch keine Lobeshymne mit 0.3% der Zulassungen in der Statistik zu erscheinen. Das sie aber besser sind als die Erdgaser, dass tut weh. Der Hype um Elektro beginnt wohl zu wirken, die Leute werden auf Elektro aufmerksam. Die typischen Nachteile werden wegdiskutiert. Was noch bei Erdgas als unbrauchbar dargestellt wurde, Reichweiten von unter 300km, ist bei Elektro mit unter 100km kein Problem. Das dann das Tanken bei Elektro Stunden dauert bis man weiter kann und bei Erdgas 5 Minuten spielt natürlich auch keine Rolle, wir sind ja am entschleunigen der Gesellschaft.

Wie dem auch sei Elektro überholt Erdgas in Deutschland für den Monat Februar 2014 bei den Zulassungszahlen zum ersten mal, das ist Fakt. Irgendwie ist das auch am Salon zu bemerken, das Personal des Gasmobil Standes langweilte sich, zumindest immer wenn ich am Stand vorbei kam. Am gleich daneben liegenden Elektro-Mobil Stand, konnten sie sich über mangelndes Interesse nicht beklagen, schien es mir. Liegt das an der Aufmachung der Stände? Betrachten wir uns kurz die beiden Ständen, der Gasmobil Stand hatte den neuen Audi g-tron sehr gut positioniert, auch die restliche Erdgasflotte war gut um den Stand platziert. Als Eyecatcher ein Totem mit den für uns bekannten BÄ Preis im Vergleich zu Benzin und Diesel. Der E-Mobil Stand dagegen war eher nüchtern eingerichtet, kein eigentlicher Eyecatcher war platziert. Nützte das etwas? Wie gesagt nein, die Leute marschierten am Audi und dem ach so billig aussehenden Erdgas vorbei an den E-Mobil Stand. Man kann und wird mir wohl entgegnen, dass sei nur immer dann gewesen, wenn ich am Gasmobil-Stand vorbei kam.

Ähnlich sah es allerdings bei den Herstellern aus, die Elektrofahrzeuge waren gut besucht. Sehr auffällig bei Herstellern wie Audi und VW die Elektro neben Erdgas hatten. Die E’ler hatten immer zwei drei Interessierte, der daneben stehende CNG war meist verwaist. Die Gasmobil-Dame, die wohl beim VW eco-up hätte Erdgas Fragen beantworten sollen, schaute sich während ich am VW Stand war, den E-Golf an und studierte die Tafel des Diesel Touran. Dies nicht weil Sie ihre Aufgabe nicht ernst nahm, es gab einfach nichts ernst zu nehmen.

Nun gut das Erdgas nicht richtig vom Fleck kommt ist nun wahrlich nichts neues. Nur wird dieser Hype der gerade um Elektro gemacht wird von Erdgas irgendwie genutzt? So als Trittbrettfahrer, wird zum Beispiel versucht Biogas/Power-Gas als null CO2 Variante gesetzlich dem Strom gleichstellen zu lassen? Werden Konzepte entworfen wie bilanziert dieses null CO2 Biogas verkauft werden könnte? Damit hätten auch die Fahrzeug-Hersteller einen Anreiz CNG weiter zu entwickeln. Ein Elektrofahrzeug lässt sich zwei bis dreimal mit den null CO2 an den Flottenemissionen anrechnen, warum nicht CNG mit Biogas/Power-Gas?

Ich weiss nicht ob das gemacht wird oder nicht, bemerkt habe ich allerdings noch nichts. Was ich bemerkt habe, dass sich die Erdgas-Kreise aufregen über den Hype rund um Elektro und behaupten das würde ihnen das Wasser abgraben. Klar wenn man nur da sitzt und meint mit gross angeschriebenem BÄ Preis kommt alles von alleine, kann man schon neidisch werden auf Elektro.

Die Fahrzeughersteller haben ihren Markt und nun werden sie gezwungen über die Reduzierung der Flottenemissionen nach alternativen Antrieben/Treibstoffen Ausschau zu halten, die ihnen helfen diese Ziele zu erreichen. Im Moment scheint das nur der Elektroantrieb zu können, daher werden sie ganz sicher nicht den Markt für Erdgas vorbereiten/schaffen, das muss die Erdgaslobby schon alleine machen. Ob sie nach dem jahrelangen selbstgefälligen Schlaf den Zug null CO2 Treibstoff und Gleichbehandlung mit Elektro noch schafft, wer weiss. Im Moment sehe ich nur Totem mit BÄ Preisen und eine Gruppe die meint damit und mit ein paar Tankstellen hätten sie ihre Arbeit getan.

Ich wünsche weiterhin einen guten Schlaf.

Scheiden tut weh, drum prüfe wer sich ewig bindet

by Claude Nöthiger - Dezember 19th, 2013

Wer Erdgasfahrer werden will, hat einige Fahrzeugtypen zur Auswahl und es werden in Zukunft immer mehr. Die Tankstellensituation ist kein Hinderungsgrund mehr, wenn man in der richtigen Region wohnt. Umweltschonender als manch anderes Fahrzeug sind die Erdgasfahrzeuge zudem auch noch. Von daher ist es also kein Problem und sogar vernünftig Erdgasfahrer zu werden.

Wenn man denn mal Erdgasfahrer ist und man durch welche Gründe und Umstände auch immer, ein anderes Fahrzeug möchte, eventuell auch wieder ein Diesel oder Benziner, kein Problem die Gasindustrie verspricht in allen FAQs und in Medienmitteilungen folgendes:

<Zitat Gasmobil AG>

Medienmitteilung
Internationaler Automobilsalon 2013

Nach einer 2011 durch Eurotax im Auftrag von Gasmobil schweizweit durchgeführten Studie lassen sich CNG-Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu besseren Konditionen als Benzin- oder Dieselmodelle verkaufen. Der Vorteil beim Wiederverkaufswert kann bei neuen Antrieben bis zu 10% betragen.

<ende Zitat Gasmobil AG>

<Zitat Erdgaszuerich.ch FAQ>

Wie hoch ist der Wiederverkaufswert von serienmässigen Erdgas-Fahrzeugen?

Durch die steigende Nachfrage nach gebrauchten Fahrzeugen ist der Wiederverkaufswert von Serienfahrzeugen gut. Erleichtert wird der Verkauf über spezielle Internetplattformen wie zum Beispiel www.car4you.ch und www.autoscout24.ch.

<ende Zitat Erdgaszuerich.ch FAQ>

Also alles kein Problem? Doch es ist ein Problem, denn diese Aussagen sind falsch.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, die Autohändler meiden Erdgasfahrzeuge, der Wiederverkaufswert eines Erdgasfahrzeuges ist schlecht. Ich habe eine Mail eines Verkäufers der Emil Frey AG Basel, dass diese zurzeit keine Fahrzeuge mit Erdgasantrieb in Zahlung nehmen, bzw. nur zu einem so schlechten Preis, dass dies uninteressant sei für mich. Das die Emil Frey nicht die einzigen sind, wissen alle die meinem Blog-Eintrag zum Mii, Eco-Up gelesen haben.

Warum schreibt dann die Gasindustrie anderes, bin ich etwa derjenige der hier falsche Aussagen macht? Wieso die Gasindustrie etwas behauptet und zwar schon lange, dass nicht stimmt, weiss ich nicht, aber das sie es besser wissen zeigt folgendes:

Am 9. Erdgassymposium von November 2013 der Gasmobil hielt Herr Kurt Lüscher CEO von Erdgas Zürich einen Vortrag „Smarte Mobilität mit Erdgas / Biogas?“. Darin gibt es folgenden Slide:

<Zitat Vortrag Kurt Lüscher>

Wo klemmt es?

Fahrzeuge
– Verfügbarkeit / – Wiederverkaufswert / – Gefühlte Risiken

Autoimporteure und Autohändler
– Sind sie wirklich Feuer und Flamme?

<Ende Zitat Vortrag Kurt Lüscher>

Es klemmt also unter anderem am Wiederverkaufswert und das Händler nicht Feuer und Flamme sind! Nur ein Fehler im Slide von Herr Lüscher? Wohl kaum, so ein Fehler passiert einem CEO der Gasindustrie nicht und das die Gasindustrie dies erst seit diesem Symposium weiss, darf man getrost bezweifeln. Die Gasindustrie oder von mir aus um keinen Generalverdacht auszusprechen, die Erdgas Zürich und die Gasmobil AG, sagen also in Medienmitteilungen und FAQs betreffend Wiederverkaufswert bewusst nicht die Wahrheit. Tut die Gasindustrie etwas gegen den schlechten Wiederverkaufswert? Ich weiss es nicht, bemerkt habe ich bis jetzt nichts, weder auf Seiten Händler um das Feuer zu entflammen, noch beim Endkunden um den Bedarf anzukurbeln.

Übertrieben gesagt: Als Erdgasfahrer haben sie eigentlich nur drei Chancen ihr Fahrzeug wieder los zu werden:

1. Sie finden selber jemanden der einmal Erdgas ausprobieren will, diesen Blog noch nicht gelesen hat, dafür die FAQs der Erdgasindustrie.

2. Sie finden einen Händler der Erdgas nicht kennt, beim Verkaufsgespräch einen Eurotax-Preis ermittelt und ihnen diesen mit 20% minus Anbietet. Dann nicht verhandeln sondern zuschlagen, wenn der Vertrag unterschrieben ist kommt er nicht mehr raus.

3. Sie kaufen wieder ein Erdgasfahrzeug. Zwar ist auch da der Eintauschpreis miserabel, aber immerhin nimmt ihnen dann der Händler den Alten ab.

Ja gut die vierte Möglichkeit habe ich jetzt weggelassen, sie fahren ihr Erdgasfahrzeug bis der Tod sie scheidet.

Darum halte man sich an Friedrich Schiller falls man die Absicht hat ein Erdgasfahrzeug zu kaufen „Drum prüfe wer sich ewig bindet“.

Erdgas ist nicht die falsche Entscheidung, aber man muss sich bewusst sein, dass diese Entscheidung für lange Zeit die letzte Treibstoffwahl ist die man trifft, treffen kann, ohne grosse finanzielle Verluste in kauf zu nehmen.

Alles BÄ beim Benzinäquivalent?

by Claude Nöthiger - November 9th, 2013

Nachdem „Benzinäquivalentpreis“ im 2012 von mir zum Unwort des Jahres gekürt wurde, greife ich das Thema ende 2013 nochmals auf.

Zunächst reduziere ich das Wort jedoch um den Begriff „Preis“ auf Benzinäquivalent. Es macht durchaus Sinn unterschiedliche Treibstoffe/Antriebsarten vergleichen zu können. Das kann man sinnvollerweise über den Energiegehalt der Treibstoffe machen. Somit ist nicht alles BÄ was Benzinäquivalent ist (BÄ ist die Abkürzung für Benzinäquivalent, falls Ihnen das nicht schon geläufig war). Der durchschnittliche Energieverbrauch für ein Elektro-PKW zum Beispiel bei 4 Personen beträgt 25kWh/100km und dies wiederum entspricht ca. 2,5l Benzinäquivalent (Quelle: http://www.e-mobile.ch/?pid=de,1,81). In der Region Basel kostet 1kWh ca. 10Rappen für 2,50Franken kommt man Elektrisch also im Schnitt 100km weit, mit Benzin kostet das dann 2,5l x 1,73CHF/Liter = 4,32Franken, so lässt sich die Ersparnis schnell berechnen, oder doch nicht? Na ja kennen Sie ein Kleinwagen der mit 2,5l Benzin auf 100km auskommt? Was nicht, oder nur ungenügend Berücksichtigt wird, ist wie mit der Energie umgegangen wird und das ist bei CNG Fahrzeugen auch nicht anders. Die Gasindustrie macht es sich einfach und dividiert einfach die Kosten für ein kg-Gas durch 1,47 und behauptet dann so viel müsste ein Liter Benzin kosten um gleich teuer/günstig zu sein. Energetisch kann das stimmen, allerdings nicht für die Treibstoffkosten auf 100km bei real existierenden Fahrzeugen.

Für die neue Schweizer Energieetikette wird ebenfalls das Benzinäquivalent berechnet um bei der Einteilung mit vergleichbaren Ellen zu messen. Dazu gibt es komplizierte Formeln die in einem PDF festgehalten sind: Grundlagen_Primärenergiefaktoren_KorrekturASTRA

Heute muss beim Verbrauch von Fahrzeugen der Benzinäquivalent-Verbrauch angegeben werden, so zum Beispiel bei VW

Passat Katalog_opt

Wie gesagt so ist gegen den BÄ Vergleich nichts einzuwenden. So lassen sich, zumindest Rudimentär, die verschiedenen Treibstoffarten vergleichen. Die Gasindustrie geht aber einen Schritt weiter und erfindet eine neue Masseinheit den Benzinäquivalentpreis. Es gibt ein Beninäquivalent aber eben ohne das Anhängsel Preis. Ich habe es selber noch nicht durch gerechnet, aber mit grösster Wahrscheinlichkeit kommt bei der Rechnung gemäss Bundes-Formel auch etwas anderes heraus als einfach mit 1,47 zu dividiert. So habe ich nichts gegen eine Werbung die den Benzinäquivalent benutzt, wie es zum Beispiel die Luzerner machen

Luzern-Flayer-Preisangabe

Hier wird ersichtlich wie man auf den Preis für das Benzinäquivalen kommt. So sieht das aber aus wenn die Gasmobil (Die gasmobil ag, das Kompetenzzentrum für Mobilität der Schweizer Erdgas-Wirtschaft) den Begriff verwendet

Gasmobil-News-Preisangaben

Da steht dann nur noch der umgerechnete Preis ohne jegliche Angabe wie man diesen Umrechnet. Für nicht eingeweihte also nicht so ohne weiteres nach zu vollziehen. Genau so wird dann auch an den Tankstellen das Erdgas angeschrieben. Wie ich meine klar Rechtswidrig, denn es gibt kein Gesetz keine Verordnung die eine Masseinheit Benzinäquivalent kennt zum Zwecke der Auspreisung. Es gibt aber eine Verordnung die Aussagt das Messbare Waren mit dem Grundpreis angeschrieben sein müssen und dieser ist bei Erdgas nun mal Franken/kg.

Die Geschichte wird von mir sicherlich noch weiter verfolgt. Zur Zeit prüfe ich wie man rechtlich gegen diese Auspreisung vor gehen könnte. Die zuständige Person beim Kanton Baselland gibt mir zwar recht, will aber das Prozessrisiko nicht übernehmen. Auf Nachfrage hält sich das SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) zurück und gibt ausweichende Antworten. Ein Teil eines Memos einer Sitzungen zwischen dem SECO und der Gasindustrie, welches mir vorliegt, zeigt meiner Meinung nach allerdings klar, dass diese Preisauszeichnung zumindest nicht über alle Zweifel erhaben ist.

Also es ist nicht alles BÄ beim Benzinäquivalent, aber nur ohne den Zusatz „Preis“.

Der Kanton Baselland auf Irrwegen

by Claude Nöthiger - August 23rd, 2013

Es gibt einige Kantone die fördern alternative Fahrzeuge, andere tun dies nicht. Bald wird wohl einer dazu kommen der sie bis jetzt förderte und dann bestraft.

Der Kanton Baselland hat bis heute ein Gesetz für die Verkehrssteuer die über ein Dekret, also ein zusätzlicher Beschluss/Verordnung, alternative Fahrzeuge fördert, indem diesen unter bestimmten Bedingungen die Hälfte der Verkehrssteuer erlassen wird. Das funktioniert ganz gut, ist für den Staat aber nicht ertragsneutral und schön ist es auch nicht wenn solche Förderungen um das Gesetz herum organisiert werden müssen. Also beschloss das Parlament eine Revision des Gesetzes über die Verkehrsabgaben „in Auftrag“ zu geben, das auch gleich ein Bonus/Malus System integriert, welches „saubere“ Fahrzeuge belohnt und Dreckschleudern bestraft. So wurde die Zielsetzung für das neue Gesetz wie folgt formuliert:

Der Gesetzesrevision legte der Regierungsrat folgende Zielsetzungen zu Grunde:

• Bezüglich der Bemessungsgrundlagen:

− Setzen von Anreizen zur Wahl ökologischer Fahrzeuge
− Wissenschaftlich gut begründbarer Lösungsansatz
− Steuergerechtigkeit
− Nachvollziehbarkeit und Verständlichkeit beim Bürger
− Handhabbarkeit in der Umsetzung

Die Vorlage ist nun da und diese wurde in den Kommissionen besprochen, sogar Mitglieder der Grünen Partei finden dieses Gesetz „ein Schritt in die Richtige Richtung“. Es ist also davon auszugehen das dieses im Parlament angenommen wird. (Nachtrag Okt. 2013: Das BL Parlament hat das Gesetz in zweiter Lesung gutgeheissen, es wird also 2014 in Kraft treten, niemand hat dagegen opponiert).

Was wird dann passieren? Etwa folgendes wird passieren, viele Diesel-Fahrzeuge werden einen Bonus erhalten und alternative Antriebe (Gas, Strom usw.) werden ihr Mehrgewicht voll versteuern müssen, sind dann also teurer als die vergleichbaren Benzin- und Diesel-Fahrzeuge. Moment das kann nicht sein Diesel-Fahrzeuge werden gefördert, alternative Antriebe höher besteuert? Da muss mir, dem Schreiberling, ein Fehler unterlaufen sein.

Nein mir ist kein Fehler unterlaufen, ja gut etwas dramatisiert vielleicht, aber Grundsätzlich wird es genauso kommen. Das Bonus/Malus System stützt sich alleine auf den CO2 Ausstoss ab, während die Steuer an sich auf dem Gesamtgewicht des Fahrzeuges berechnet wird. Beides vom ökologischen Standpunkt aus gesehen eigentlich richtig, nur mit mehreren kleinen Haken. Ausser CO2 gibt es noch weitere Gifte im Abgas zum Beispiel NOx, besonders ein Problem bei Diesel Fahrzeugen ohne spezielle Vorrichtungen (AdBlue) dieses zu vernichten, von den Partikeln gar nicht zu sprechen. Es wird auch nicht berücksichtig woher das CO2 „kommt“, die Ressourcenschonung von Oel wird hier also nicht gewürdigt. Dieselaggregate haben zudem einen klaren Vorteil, sie sind effizienter im Vergleich zu Otto Motoren, so können diese auf sehr geringen CO2 Ausstoss getrimmt werden (meist erkauft mit erhöhtem NOx Ausstoss) und damit erreichen sie die Kriterien für den Bonus leichter als Benzin- oder Gas-Fahrzeuge. Somit wird nach dem neuen Gesetz auch ein BMW 320d Efficient Dynamics Edition mit 163PS den vollen Bonus erhalten.

Na gut ohne Bonus kann ich noch leben, die Förderung von alternativen Fahrzeugen muss meiner Meinung nach nicht über die Verkehrssteuer erfolgen, ich tanke dafür ja günstiger. Allerdings muss ich auch 120kg Mehrgewicht für die Gasausrüstung versteuern, also wird mein Zafira obwohl unbestritten ökologischer als ein Diesel Zafira in der Steuer teurer als dieser.

Ja gut aber das kann ein „Alternativer“ doch über den Bonus wieder wettmachen, wenn er denn besser im CO2 Ausstoss ist als sein Benzin Pendant. Ja könnte er, allerdings nur für vier Jahre, dann fällt der Bonus nämlich weg. Spätestens nach vier Jahren ist jeder alternative Antrieb teurer, als der vergleichbare Diesel- oder Benzinantrieb.

Ich möchte Ihnen an zwei Beispielen den Unsinn des neuen Gesetzes zeigen:

Den Smart for two gibt es als Elektro Variante und als Benziner (den Diesel gibt es nicht mehr). Beide würden den vollen Bonus von 300CHF erhalten. Der Elektro-Smart ist allerding 100kg schwerer und somit teurer in der Verkehrssteuer und das unabhängig vom Bonus/Malus System.

Nun mein Zafira Tourer CNG mit 150PS und einem CO2 Ausstoss von 116 (129) g/km im Vergleich mit dem Tourer mit dem neuen 1.6CDTI mit 136PS welcher auf 109 g/km kommt. Der Diesel erhält einen Bonus von 300CHF, mein Erdgaser dank der schweizerischen Einbeziehung des 10% Biogasanteiles in die CO2 Berechnung immerhin noch 150CHF (ohne diese, also mit 129g/km würde es nichts mehr geben). Also bin ich im Vergleich zum Diesel schon mal mit 150CHF im Hintertreffen. Nun kommen bei der Erdgasvariante noch ca. 100kg für das Mehrgewicht der Erdgasausrüstung dazu, die zusätzlich Versteuert werden müssen. In diesem Beispiel ist also klar der Diesel Gewinner und zwar von Anfang an.

Das Dieselfahrzeuge ökologisch sein sollen ist mir neu, aber offensichtlich ist die Baselbieter Regierung dieser Meinung. Das Gesetzt benachteiligt ganz klar alternative Antriebe und bevorzugt den Dieselantrieb und es spielt dabei keine Rolle ob der Antrieb in einem Kleinwagen oder einem grossen schweren SUV sitzt. Es geht dabei nicht um den absoluten Betrag, es ist ein kleiner Betrag um welcher die „Alternativen“ teurer wären, es geht um das Zeichen das mit diesem Gesetz und dessen ökologischen Anspruch gesetzt wird.

Ich habe versucht mit Briefen aufzuklären, habe die Gasindustrie gefragt ob sie da nichts tun wollen, aber scheinbar gelten hier andere Kriterien. Das unsinnige Gesetz wird wohl durchkommen und „ökologische Anreize“ zum Kauf von Dieselfahrzeugen geben.

GREENFIELD ein Vorreiter im Erdgastanstellenbau am Ende? Sicht eines ehemaligen Angestellten

by Claude Nöthiger - August 10th, 2013

Als Titel hätte ich auch wählen können, die Uneinsichtigkeit und Überheblichkeit des Managements aus Sicht eines Arbeiters. Natürlich fehlen mir gewisse Internas um wirklich alles beurteilen zu können, warum es so weit kam wie es heute gekommen ist. Aber nach fast 20Jahren bei Greenfield/Sulzer Burckhardt, diversen Investoren, diversen Umorganisationen und zuletzt vor AtlasCopco  pro Jahr einem neuen CEO, lassen sich auch so gewisse Rückschlüsse ziehen ohne alles genau im Detail zu wissen.

Im Jahr 1995 begann ich bei Sulzer Burckhardt für die Standardhochdruck Kompressoren in der Abteilung EMRS zu arbeiten. Ein Hauptgeschäft für diese Sparte waren die Erdgastankstellen und ich spezialisierte mich auf diese Form des Anlagenbaues bzw. deren Steuerung. Innerhalb des Sulzer Konzernes war vieles möglich, so wurden mit Millionen-Investitionen spezielle Ventile für die Zapfsäulen, Zapfsäulenrechner für die Steuerung der Betankung,  eine eigene sicherheitsgerichtete Steuerung oder ein ungeschmierter Kompressoren entwickelt. Grosses KnowHow war vorhanden über viele sehr spezielle Themen in diesem Geschäft, wie zum Beispiel das Lösen von Oel im Gasstrom, warum ein 3-Bank System besser ist als ein 2- oder 1-Banksystem wurde bis ins kleinste untersucht, wie sich der Fahrzeugtank während der Betankung verhält wurde untersucht, wie sind die Strömungen im System usw. Dieses KnowHow wurde auch von Zulieferern genutzt, indem sie Produkte direkt mir Sulzer Burckhardt zusammen entwickelten, so zum Beispiel Endress und Hauser ihren speziellen Massemesser für CNG, Multifunktionsblöcke der Firma Valevo etc.

Das Produkt Erdgastankstelle war zur Zeit von Sulzer Burckhardt nie rentabel, so wurde uns dies zumindest immer Kommuniziert. Als dann der Sulzer Konzern beschloss den Geschäftsbereich Sulzer Burckhardt zu schliessen/ zu verkaufen, stellte sich die Frage wie weiter mit dem Produkt Standardhochdruck-Kompressor und damit wie weiter mit den Erdgastankstellen? Man war überzeugt, dass dieses innovative Produkt EGT in Zukunft im Alleingang eine Chance hätte. Die Unrentabilität der vorhergehenden Jahre sei zu erklären mit zu hohen  Produktions- und Lagerkosten. Dies weil die kleinen Kompressoren genau die gleichen Kosten zu tragen hatten wie die millionenteuren Grosskompressoranlagen. Sicherlich war dies eine Erklärung aber mir war dies zu wenig. Nach einer heissen Diskussion mit dem damaligen Geschäftsleiter des Bereiches, in der ich meine Zweifel anbrachte das eine Greenfield die als Maschinenfabrik organisiert ist sicher nicht besser rentieren würde und meine Ideen allesamt ignoriert wurden, habe ich meinen Job gekündigt. Hätte ich gewusst was dann wirklich passieren würde, hätte ich mich von zwei weiteren Leuten in der Führung sicherlich nicht mehr überreden lassen doch zu bleiben.

Im November 2000 hatte ich dann aber trotz meiner Zweifel einen Arbeitsvertrag der Greenfield AG. Es hätte so gut werden können, Greenfield konnte die millionenschweren Entwicklungen einfach so übernehmen, war damit technologisch absolut top und der Konkurrenz um Jahre voraus. Aber es begann ein unsägliches Kapitel. Der erste Investor hatte Pläne die man aus der Ferne nur Grössenwahnsinnig nennen kann. Die Greenfield mietet sich in ein sündhaft teures Gebäude ein und baute sich eine Luxus Produktionsstätte, damit war vorgegeben was danach passieren musste. Die CEOs gaben sich die Klinken in die Hand, keiner schaffte es das Geschäft rentabel zu gestallten. Diverse Investoren verloren ihr Geld und zum Schluss war es ein Kaufmännischer CEO der nur die Kosten reduzierte ohne Rücksicht auf das Geschäft und nur den Verkauf der Greenfield vorantreiben sollte. Schlussendlich konnte das was noch übrig war an die AtlasCopco verkauft werden. Nun war wenigstens wieder Geld vorhanden, das Geschäft schien gerettet.

In der Zeit vor AtlasCopco hatten wir diverse CEOs, allesamt mit gutem Leistungsausweis. Sie kamen in die Greenfield die wirklich immer am Abgrund stand und machten was? Sie machten nichts! Nein schlimmer, gewisse gaben sogar noch mehr Geld aus um Japaner FirstClass einzufliegen die schon Porsche umorganisiert hatten und diese sollten auch Greenfield umorganisieren. Na ja das machten sie auch, sie machten aus der unrentablen kleinen mittelständigen Maschinenfabrik eine noch unrentablere kleine mittelständige Maschinenfabrik, die nach dem Muster der grossen rentablen Porschefabrik Kompressoren bauen sollte.

Na ja alles Vergangenheit, jetzt war Greenfield in der Champions League angekommen wie der Verkauf an AtlasCopco kommuniziert wurde. Was hat AtlasCopco geändert um rentabel zu werden? Ich will es ihnen nicht verschweigen, nichts. Greenfield versuchte weiterhin als Maschinenfabrik Anlagen zu bauen. Selbstverständlich wurden die Teams zum gefühlten 100 mal neu zusammengestellt, aber Grundsätzliches wurde nicht geändert. Man war immer noch in der viel zu grossen und zu teuren Werkhalle, man Produzierte nach wie vor in den gleichen Strukturen. Man hat sogar rentable Teile geschlossen, wie den internen Schaltanlagenbau, da dieser nicht zum Kerngeschäft gehöre und Schränke auch extern eingekauft werden können. Mir wurde die fachliche Kompetenz abgesprochen solche Entscheide zu kritisieren, als ich sagte dies sei ein Fehler. So war ich es längst leid darauf hinzuweisen das es ja die 20 CEOs vorher so schon nicht geschafft hatten. Auf die Frage warum es ohne irgendwelche grundlegenden Änderungen nun besser werden soll, erwartete ich keine vernünftige Antwort mehr.

Vor ein paar Jahren hat nun AtlasCopco grundlegend etwas geändert, nicht etwa umgestellt auf einen Anlagenbau, nein man hat die komplette Produktion in ein französisches Werk verschoben, die als Maschinenfabrik Kompressoren bauen. Ich kürze hier ab, die Französischen Kollegen sind sicherlich nicht schlecht, aber Anlagen bauen können auch sie nicht innerhalb einer Maschinenfabrik. Die Kompressoren die im Vergleich zu den in der Schweiz gefertigten 30% günstiger werden sollten wurden teurer und  die Qualität der Kompressoren nahm im gleichen Masse ab.

Heute hat AtlasCopco das meiste KnowHow verloren, die Leute sind abgewandert. Das hätte nicht sein müssen, aber wer hört schon auf kleine Angestellte. Mir wird sicherlich auch hier die fachliche Kompetenz abgesprochen, dann möchte ich einfach eines wissen, wie können die Fachlich kompetenten Personen genau gleich weitermachen wie die kompetente Person zuvor, welche schon versagt hat?

Ganz entschieden ist es zwar noch nicht, aber die Zeichen deuten deutlich darauf hin, Greenfield Erdgastankstellen dürften Geschichte sein. Man nennt dies wohl auch Marktbereinigung, nun müssen die Konkurrenten zeigen was sie können und die Technik vorwärts bringen.

Zafira C Tourer

by Claude Nöthiger - Juli 9th, 2013

Das bessere ist des guten Feind, so ein Sprichwort das in etwa umschreibt was meinem B Zafira passiert ist. Nach rund 4 Jahren und mehr als 50’000km musste er uns nun verlassen. Es kommt ein Zafira Tourer den ich zu guten Konditionen als Vorführwagen erwerben konnte.

Der „B“ ist ein tolles Auto und er hat mich in den 4 Jahren nie im Stich gelassen. Er hatte zwar ab und zu „mucken“, wie plötzliches Umschalten in einen Benzin-Notbetrieb, oder ein Getriebe das „sang“, aber er brachte mich immer ans Ziel und musste nie akut in die Werkstatt. Obwohl der Eintauschpreis eigentlich miserabel war für dieses tolle Auto, stimmte das Gesamtpaket dann halt doch und der 6Monate alte Zafira Tourer CNG mit rund 5000km wurde angeschafft.

Es ist ähnlich wie beim Wechsel vom Zafira A zum B, der Schritt ist deutlich. Der Tourer oder Zafira C ist grösser, luxuriöser, ausgereifter als der B, eigentlich eine andere Klasse Fahrzeug. Was bleibt ist der hohe Nutzwert den die Zafiras schon immer hatten.

Der Tourer fährt sich sehr entspannt, es ist ruhiger im Innenraum als im B. Die Leistung mit dem 1.6l Turbo von 150PS ist für mich absolut ausreichend. Dennoch hier war der B spritziger habe ich das Gefühl.  Bestätigen müsste dies ein Insider, aber hier wurde wohl ein klein wenig an der elektronischen Motorenabstimmung gedreht. Zugunsten eines höheren Drehmomentes beim Anfahren, verläuft die Leistungskurve etwas gewöhnungsbedürftig. Aber der Tourer verleitet so oder so eher zum Cruisen und so fahre ich ihn meist mit Drehzahlen unter 2000Umin.

Die Kupplung ist leichtgängig und die Gangwechsel laufen zügig und präzise. Das ist um so wichtiger als das es den Tourer CNG, wie seine Vorgänger schon, nicht mit Automatik gibt. Eigentlich unverständlich für ein Fahrzeug dieser Klasse, die man durchaus als gehoben bezeichnen darf. Noch viel unverständlicher für mich, das es den Tourer in Erdgas nicht mit Start/Stopp Automatik gibt. Also genau das Fahrzeug das vorzugsweise von Leuten gefahren wird die Ressourcen also Sprit/Gas sparen möchten, wird diese Sparfunktion vorenthalten.

Die Lenkung ist mir eine Spur zu luxuriös. Sie ist so leichtgängig das sie gefühllos/schwammig wirkt, etwas mehr „Rückmeldung“ würde ich mir wünschen. Aber nach ein paar Kilometern hat man sich daran gewöhnt und geniesst das Cruisen umso mehr.

Mein Zafira hat das Longues System mit dem sich der mittlere hintere Sitz in Armlehnen für die äusseren Sitze verwandelt und sich diese noch etwas nach hinten und innen verschieben lassen. Somit haben zwei Fond-Passagiere sehr viel Platz. Geopfert werden muss dafür der im mittleren Sitz integrierte Dreipunktgurt, jetzt muss dieser etwas fummlig aus dem Dach „installiert“ werden. Aber wie heisst es, man kann nicht alles haben. Dafür kann man in der hinteren Sitzreihe auch noch jeden Sitz für sich umklappen und zur Not wird auch aus diesem Zafira wieder ein 7-Sitzer.

Wiedereinmal durfte ein Zafira bei mir auf der Fahrt in den Urlaub nach Korsika zeigen was er kann. Der Tourer kanns, kann ich da nur sagen. Der klar beste Zafira der uns bis jetzt nach Koriska brachte und versucht haben sich ja schon der A und der B. Er überfliegt schlechte Strassenbeläge richtiggehend und der Geräuschpegel innen ist jederzeit sehr angenehm. Auf Korsika selber fuhr ich auch mit Benzin längere Strecken und auch das kein Problem. Von früheren Anfahrschwächen ist so gut wie nichts geblieben und da ich wie gesagt zum Cruiser wurde, merkte ich auch die fehlenden paar PS nicht.

Der Tourer ist ein super Auto das auch als Erdgaser erwachsen wurde. Mit der Reichweite hat man kein Problem mehr und braucht man Benzin ist auch das zum Fahren kein Problem. Notiz am Rande, das der Zafira als Tourer „erwachsen“ wurde zeigt sich bei mir auch daran, dass ich kein Erdgaskleber mehr auf dem Wagen habe, ich benutze ihn als ganz normales Auto 🙂

UP, Mii, Citigo

by Claude Nöthiger - Dezember 22nd, 2012

Die Kleinen kommen könnte man sagen. Na gut es ist dreimal der gleiche in unterschiedlichen Gehäusen, aber immerhin schaffen es diese drei den Blätterwald etwas rauschen zu lassen. Es gibt zwar auch noch den Fiat Panda und das erst noch mit einem revolutionären 2 Zylinder Motor, aber erst VW bringt das Thema Erdgas bei den Kleinwagen so richtig ins rollen.

Ich habe mir ernsthaft überlegt einen Mii EcoFuel anzuschaffen. Statt mit dem grossen Zafira meine täglichen 10km zu machen, wäre es doch viel vernünftiger das mit einem Kleinwagen zu tun. Also habe ich mit meinem Händler in der Nähe vereinbart, sobald er den EcoFuel Mii bekommt werde ich diesen Probefahren. Eine kurze Probefahrt war mir dann allerdings zu wenig. Da ich öfters eine Weg von rund 80km zu unserem Camping-Häuschen mache, wollte ich dies mit dem Mii versuchen, um zu wissen ob dieser Kleine auch „Langstrecken-tauglich“ ist. Mein Ansprechpartner die Seat Garage Peter Schweizer in Liestal war in diesem Punkt sehr unkompliziert, nochmals danke dafür. Ich erhielt zwar nicht den EcoFuel für diese Fahrt, der war frisch ab Laufband und noch nicht eingelöst, sondern ein 75PS Benziner Mii. Unglaublich wie sich die Kleinwagen gemacht haben in den letzten Jahren, man hat Platz (zumindest vorne, aber hinten sitze ich ja nicht), es lärmt auch auf der Autobahn nicht und die Leistung ist absolut ausreichend. Also keines meiner Klischees über Kleinwagen hielten dem Test stand.

Als ich nach den 160km zum Händler zurück kam, war ich eigentlich bereits überzeugt, dass dies mein Zukünftiges Fahrzeug sein wird. Noch stand die Fahrt mit dem EcoFuel aus, aber die paar PS weniger und paar Kilogramm mehr werden wohl kaum spürbar sein. So durfte ich, wohl als einer der ersten in der Schweiz, den Mii EcoFuel Probefahren. Die Minderleistung und höhere Gewicht merkte man zwar schon, aber das könnte gerade so gut am noch nicht eingefahrenen Motor liegen, der erst 80km auf der Kurbelwelle hatte. Ansonsten stellte ich absolut keinen Unterschied zum 75PS Modell fest.

Ich kann den Panda nicht beurteilen da ich diesen nie gefahren bin, aber mit dem UP aka Mii aka Citigo hat der VW Konzern wirklich ein tolles kleines Auto konstruiert. Ich mit meinen 183cm habe super Platz, bei 120kmh ist der Lärmpegel wirklich annehmbar ein Gespräch ist unangestrengt möglich, die Leistung gerade im Stadtverkehr absolut ausreichend. Der Verbrauch lag beim Benziner auf der Autobahnstrecke mit etwas Stadtverkehr nach den 160km bei 4.5L/100km, der EcoFuel müsste also mit rund 3kg/100km auskommen, womit die 300km mit einer Gasfüllung sicher erreicht werden.

Und habe ich nun den Mii bestellt? Nein aber das liegt nicht am Mii sondern an meinem Zafira, der scheinbar nahezu unverkäuflich ist wie der Händler meinte. Die Eintauschofferte war so schlecht, aus meiner Sicht natürlich, das ich meinen tollen Zafira halt weiterfahre. Was mich gleich noch einen Geheimtipp ausplaudern lässt, wenn für Sie die kleinen zu klein sind, dann nehmen Sie einen Zafira EcoFlex Turbo CNG. Selbst neu kommt man nirgends so günstig zu so viel Auto und das zu Treibstoffkosten unter 10CHF/100km. Wer einen Kleinwagen sucht, unbedingt die VW-Konzern UPs in Erdgas Testen, billiger und umweltfreundlicher kann man fast nicht mehr Autofahren.

Mein Unwort des Jahres 2012…

by Claude Nöthiger - Dezember 19th, 2012

Eigentlich ist es eher mein Unwort des Jahrzehnts „Benzinäquivalentpreis„, aber da ich erst jetzt mit meinem Blog beginne kommt es halt im 2012 zu dieser „Ehre“.

Im Gespräch mit einem Vertreter der Gasindustrie kam der in der Schweiz relativ günstige Preise für Erdgas an der Zapfsäule in Zug zur Sprache und plötzlich meinte er: „Ja die 1.09 sind wirklich günstig“. Ich fragte ihn dann wo er für 1.09 tanken können, ob er Deutschland und damit wohl 1.09 Euro meint. Natürlich nicht die 1.09 sind der Benzinäquivalentpreis von 1.60/kg Erdgas, so wie es auch am Preismast ausgezeichnet wird. Kein Mensch bezahlt in der Schweiz einen Benzinäquivalentpreis, aber überall wird Erdgas am Preismast so ausgezeichnet und in jeder Veröffentlichung der Gasindustrie wird dieser Preis genannt. So auch im neusten News-Letter news10 von Gasmmobil. Im Artikel „Biogas à la carte“  in dem es um die Eröffnung einer Biogasaufbereitungsanlage in Freiburg geht und um das Angebot der Frigaz an der Tankstelle Granges-Paccot den Biogasanteil an der Zapfsäule selber zu wählen. Die Preise variieren dann von 1.- Franken für das normale Erdgas bis 1.80 Franken für 100% Biogas. Falls Sie nun meinen Sie könnten dort in Freiburg für 1.- Franken tanken, muss ich Sie leider enttäuschen, den reellen Preis können Sie hier nachsehen http://www.ngv.ch/pages/tankstellenpreise.php#7. Besonders geärgert habe ich mich, dass in diesem Artikel die wirklich zu bezahlenden Preise nicht einmal mehr in Klammer angegeben werden, der Kunde wird also genötigt selber zu rechnen.

Schon lange störe ich mich an dieser Preisauszeichnung mit welcher nun wirklich niemand etwas anfangen kann. Eine Abstimmung auf meiner Seite hat auch schon ergeben, dass ich da nicht alleine bin. Natürlich war die Umfrage mit nur ein paar Teilnehmern nicht repräsentativ, aber wenn 2/3 ebenfalls nichts mit dieser Preisauszeichnung anfangen können, ist das sicherlich eine Tendenz. Die „Rechtfertigung“ des Gasindustrievertreters war in diesem Fall, wichtig seien die Kosten pro 100km und nicht der kg- oder Äquivalentpreis, die Vergleichbarkeit sei aber besser so. Dann frage ich mich allerdings warum LPG keinen Äquivalentpreis angibt, auch Diesel wird nicht auf Benzinäquivalent umgerechnet. Ich kenne meinen Verbrauch in kg/100km, das ergibt bei mir die Kosten/100km, was bitte soll ich jetzt mit einem Benzinäquivalentpreis anfangen?

Mir ist klar das ein Preis von 1.46 viel besser aussieht als 2.14 wie im Fall der Winterthur Tankstellen im Dezember 2012. Ich vermute mal das auch gerade solche super teuren Tankstellen wie Winterthur, St.Gallen und viele Zürcher Tankstellen auf dieser Preisauszeichnung bestehen. So sieht Erdgas halt viel besser aus gegenüber Benzin, nur das halt mit dem Preis schlussendlich niemand mehr etwas anfangen kann. Zudem selbst die neusten Erdgasmotoren wie der TwinAir im Panda haben einen mindestens 10% höheren Verbrauch verglichen mit dem Benziner, Umgerechnet auf Literäquivalent natürlich.

Liebe Gasindustrie hört auf eure Kunden (nicht nur auf mich) und informiert die potentiellen Neukunden auf einem anderen Weg, aber hört endlich mit diesem Benzinäquivalentpreis auf und zeichnet Erdgas als Treibstoff erwachsen und selbstbewusst neben den anderen Treibstoffen am Preismast in Franken/kg aus.